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Alte Feuerwache

Alte Feuerwache

Bar
Melchiorstrasse 3
50670 Köln

    Beschreibung

    Schlagwörter: konzerte, Events, Theater, besucher, Unterhaltung, Halle, Bühne, Comedy, Kabarett

    Alte Feuerwache

    In der nördlichen Innenstadt Kölns - zwischen Agneskirche und Ebertplatz - liegt die Alte Feuerwache, ein soziokulturelles Zentrum in Selbstverwaltung.

    Die über 100jährigen Gebäude gruppieren sich um einen großen Innenhof, der mit Platanen bepflanzt ist. Inmitten der dichtbebauten Innenstadt ist hier
    Platz für Spiel, Aktionen und Erholung.

    Ehemals Hauptfeuerwache der Stadt Köln, zu klein geworden und vom Abriß bedroht, erkämpfte eine Bürgerinitiative aus dem Stadtteil (BINA) den Erhalt der Gebäude und ihre Nutzung als Stadtteil- und Kommunikationszentrum.

    Seit 1978 wird die Alte Feuerwache in Selbstverwaltung durch den Verein
    "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" (BAF) genutzt.

    Sie hat sich seitdem zu einem Ort der Kommunikation und zum Treffpunkt im Stadtteil entwickelt. Sie will selbstbestimmte Aktivi-täten ermöglichen und dazu beitragen, gesellschaftlich verursachte soziale und kulturelle Benachteiligungen auszugleichen.

    Die Alte Feuerwache stellt Räume und Infrastruktur selbstorganisierten
    Gruppen, Initiativen und Vereinen aus den Bereichen Politik, Kultur, Gesellschaft und Gesundheit zur Verfügung.

    Es gibt Angebote für Kinder, Mädchen, Jugendliche, kulturelle und politische Veranstaltungen, soziale Beratungen, handwerkliche und künstlerische Betätigungsmöglichkeiten, Ausstellungen und Performances. Stadtteilprojekte und stadtweite Netzwerke werden unterstützt und eigene Projekte im Bereich Gemeinwesenarbeit durchgeführt.Hier finden Einzelne und Gruppen, junge und alte Menschen, Menschen vieler Kulturen Raum zu Begegnung und Aktion.

    Die Alte Feuerwache nimmt Impulse des Stadtteils auf und wirkt umgekehrt in den Stadtteil hinein, sie gibt Anstöße zur Entwicklung und Belebung der Stadtteilkultur.So hat sich die Alte Feuerwache zu einem kulturellen und sozialen Raum entwickelt, der aus Köln nicht mehr wegzudenken ist.

    ...und der Stadtteil
    Der Stadtteil - das ist zunächst das Agnesviertel, in dessen Mitte die Alte Feuerwache liegt und mit dem sie identifiziert wird, dann der Eigelstein mit dem Ursulaviertel und der MediaPark.

    Die Bevölkerung dieser Viertel setzt sich sozial und kulturell sehr
    unterschiedlich zusammen. Der Eigelstein ist geprägt von sozialer Armut und kulturellem Reichtum, städtebauliches Sanierungsgebiet mit dem höchsten Ausländeranteil in der Innenstadt; das Viertel hat kaum Grünflächen, weist eine hohe Bebauungsdichte und ein unverwechselbares Milieu auf. Das Agnesviertel wurde teilweise von seiner Bausubstanz her aufgewertet und wird von BildungsbürgerInnen und BeamtInnen bewohnt; teilweise ist es noch ein ArbeiterInnenviertel mit alter Bau- und Wohnungssubstanz. Der MediaPark auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Gereon in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Feuerwache zieht neue, einkommensstarke Bevölkerungsgruppen an. Sie wohnen in neuen oder aufwendig sanierten
    Wohnungen neben alteingesessenen MieterInnen in alter Bausubstanz. Die
    Bevölkerungsstruktur ändert sich hier grundlegend; der Wandel ist noch nicht abgeschlossen.So liegt die Alte Feuerwache in einem Stadtteil, in dem verschiedene soziale Gruppen und Kulturen, Lebensstile und Generationen aufeinandertreffen, in dem Altes und Neues, Arm und Reich oft Mauer an Mauer dicht beieinander liegen.

    Diese kulturelle und soziale Vielfalt wird auch in das Zentrum hineingetragen und spiegelt sich in Leben, Nutzung und Angeboten der Alten Feuerwache wieder.Wie alles begann...

    1890
    Fertigstellung der neuen Hauptfeuerwehrgebäude. Kosten: knapp 800.000 Mark. Größe des Grundstücks: ca. 5.000 qm.
    Größe der Hoffläche: 2.500 qm.

    1974
    Der Rat der Stadt Köln beschließt den Abriß der Gebäude nach Umzug der Feuerwehr und den Bau eines Wettkampf-Schwimmbades.

    1976
    Bildung einer Arbeitsgruppe "Feuerwache" in der Bürgerinitiative
    Nördliche Altstadt (BINA) Die Arbeitsgruppe kämpft gegen den Abriß der
    Feuerwache und beginnt mit der Entwicklung eines Nutzungskonzeptes.

    1977
    Gründung des Vereins "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" e.V. (BAF). Der Verein verfolgt das Ziel, den Gebäudekomplex der ehemaligen Feuerwehr zu erhalten und in ihm ein Bürger-, Kommunikations- und Kulturzentrum zu betreiben.

    1978
    Auszug der Feuerwehr und Verabschiedung einer Rahmenkonzeption durch
    den Verein BAF e.V. Der Verein führt das erste offizielle Gespräch mit der Stadt. Die Stadt strebt nun auch den Erhalt der Feuerwache und die Umnutzung als Bürgerzentrum an. Die 8-jährigen Auseinandersetzungen
    zwischen BAF e.V. und der Stadt um die Trägerschaft beginnen. Mit dem ersten "Veedelsfest" wird die provisorische "Zwischennutzung" als Bürger-zentrum durch den Verein eingeleitet. Der Verein ist gemeinnützig und als
    Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.

    1980
    Große Wandmalaktion: In Zusammenarbeit von BAF und TeilnehmerInnen
    des Kunstpädagogischen Kongresses in Köln entsteht ein riesiges Wandbild auf
    der südlichen Brandmauer zum Sudermanplatz.

    ab 1981
    Duldung der Stadt: Die Stadt akzeptiert die "Zwischennutzung" durch den BAF e.V., gibt Unterstützung (Gerät, Mobiliar, Übernahme der Energiekosten) und kontrolliert (der städtische Hausmeister bewacht die Schlüssel; Ausgabe nur nach schriftlichem Antrag und schriftlicher Genehmigung durch das Jugendamt der Stadt Köln - etwa 10 Briefwechsel am Tag).

    1983
    Der Sozialausschuß beschließt: Das Zentrum soll kommunal-bürgerschaftlich verwaltet werden. Der BAF e.V. soll in seinem Vorstand zusätzlich 3 VertreterInnen der Ratsparteien und 3 Verwaltungsangestellte der Stadt akzeptieren. Der BAF e.V. lehnt dies ab.

    ...und heute weitergeht
    1985
    Frühjahr: Vereinsmitglieder pflanzen 21 Platanen auf dem Hof der Alten Feuerwache. August: Der BAF e.V. lädt Politiker aller Parteien zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Alte Feuerwache ­ selbstverwaltet oder
    stadtverwaltet?" ein. Nach einer Berlin-Reise mit Besichtigung eines selbstverwalteten Zentrums revidiert die CDU ihre bisher ablehnende Haltung zur freien Trägerschaft. Die Grünen sind für die Selbstverwaltung. Die SPD beharrt auf dem kommunal-bürgerschaftlichen Modell.
    Oktober: Der Rat der Stadt Köln beschließt am 24.10. mit 44 gegen 41
    Stimmen, daß das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in freier Trägerschaft zu
    führen ist.
    Dezember: Am 24.12. geht dem BAF e.V. der vom Oberstadtdirektor und vom
    Sozialdezernenten unterschriebene Trägervertrag zu.

    ab 1986
    Das Bürgerzentrum Alte Feuerwache wird nun vom Verein BAF e.V. betrieben; die Stadt zahlt einen jährlichen Zuschuß, der sich an vergleichbaren Bürgerzentren in Köln orientiert. Sie trägt 90% der Betriebskosten, 10% werden über Eigeneinnahmen des Vereins finanziert. Die SPD ändert ihre ablehnende Haltung zur freien Trägerschaft; sie initiiert im Rat der Stadt Köln den Beschluß zum Umbau der Alten Feuerwache.

    1987-89
    1.Bauabschnitt: Neubau (Lokal, Saal), Renovierung (Mannschaftshaus)

    1993-95
    2.Bauabschnitt: Renovierung und Ausbau von Funkleitzentrale, Steigeturm und Südtrakt

    1993
    Kürzungen des städtischen Zuschusses im Sommer in Höhe von 20% = 212.000 DM gefährden die Existenz der Alten Feuerwache. BesucherInnen, NutzerInnen, Vereinsmitglieder,
    MitarbeiterInnen, unterstützt von Presse, öffentlichen und privaten Geldgebern schaffen es, das
    "Haushaltsloch" so weit aufzufüllen, daß der Bestand der Feuerwache zunächst gesichert ist.

    ab 1994
    Es geht weiter mit wenig Geld, viel Phantasie und Visionen für die Zukunft:
    ... Neues entwickeln ... Ort des Querdenkens sichern ... Offenheit und Toleranz fördern ... ökologisch arbeiten ... kontroverse Themen im Stadtteil inszenieren und koordinieren ... alternative Politik aktiv vertreten ... kreative Mitge-
    staltung durch viele NutzerInnen ... Freiraum und Experimentierfeld nach außen sichern ... Die Stadt kürzt weiterhin den Zuschuß; der Kampf um die Existenz wird zu einer ständigen Aufgabe.

    2000
    Die Feuerwache bringt mehr als die Hälfte der Betriebskosten durch eigene Anstrengungen auf.

    2002
    Der Verein "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" ist 25 Jahre alt; viele stadt- und bundesweit wichtige Netzwerke haben sich in dieser Zeit hier gegründet. Die Alte Feuerwache ist zu einem in Köln unverzichtbaren Raum für experimentelle Kunst, Kultur und alternative Politik geworden.

    Wer wir sind und was wir wollen...
    Demokratische Praxis als ständiger Versuch.
    Die Alte Feuerwache ist ein komplexer soziokultureller Organismus. Hier haben Menschen einen Raum für sich gefunden, die sonst kaum einen öffentlichen Platz haben, an dem sie verweilen und die Begegnung mit Anderen und Anderem genießen können, und die das Leben in der Alten Feuerwache in vielfacher Weise mitgestalten.

    Hier herrscht Vielfalt der Nutzergruppen, der Ziele und Arbeitsformen, der Aufenthaltsmöglichkeiten, der Bereiche und Räumlichkeiten.

    Was das Besondere der Alten Feuerwache ausmacht: Sie hält für BesucherInnen und NutzerInnen nicht nur einen Strauß von Arbeits- und Freizeitangeboten mit vorgegebenen Inhalten, Zielen und Organisationsmustern bereit. Sie ist auch, und das vorrangig, Freiraum mit der Möglichkeit zu eigenem Handeln.

    In diesem Raum schaffen sich BesucherInnen und NutzerInnen ihre OAngebote¹ selber. Sie selbst bestimmen, was ihnen wichtig ist und woran sie arbeiten möchten. Die Alte Feuerwache unterstützt sie dabei mit Rat, Tat, Raum und Material.

    Dem Ziel, selbstverantwortlich zu handeln, entspricht die Organisationsform des Zentrums, die Selbstverwaltung, sie ist grundlegendes Element der Alten Feuerwache.

    Selbstverwaltung ist Selbstbestimmung. Schwierig ist es schon, eigene
    Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und anzuerkennen, noch schwieriger, die der anderen anzuerkennen, erst recht schwierig, die eigenen mit denen der anderen gemeinsam zu verwirklichen. Auf dem Weg zu Lösungen treten notwendigerweise auch Probleme auf: Konflikte, Spannungen, Unvereinbarkeiten.

    Selbstverwaltung ist der ständige Versuch, die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Vielen so zu organisieren, daß sie gemeinsames Handeln zulassen.

    Ziele der Alten Feuerwache
    Die Alte Feuerwache fördert die Begegnung von Menschen aller Berufsgruppen, Altersgruppen, sozialen Schichten und Kulturen in Köln, regt sie zu kritischer Auseinandersetzung, Initiative und kreativer Betätigung an und fördert soziales und demokratisches Verhalten.

    Das Grundprinzip der Vernetzung aller Bereiche (Kunst, Handwerk, Pädagogik, Kultur und Politik) bestimmt zum einen die Qualität der Arbeit und ermöglicht zum anderen den NutzerInnen, Zugang zu finden zu politischen, gesellschaftlichen, kulturellen Themen und Aspekten unserer Gesellschaft, mit denen sie in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit üblicherweise nicht konfrontiert werden.

    Als selbstverwaltetes Zentrum ermöglicht und fördert die Alte Feuerwache Eigeninitiative und selbstverantwortliches Handeln. Mit ihrer Organisations- und Entscheidungsstruktur, die gekennzeichnet ist durch Möglichkeiten der Mitwirkung Einzelner und Gruppen an Arbeitsgruppen, Gremien und konkreten Arbeitsabläufen, bietet die Alte Feuerwache ausdrücklich Grundlagen für bürgerschaftliches Engagement.

    Die Alte Feuerwache ist zentraler Treffpunkt, Veranstaltungs- und
    Experimentierort für eine Vielzahl parteiunabhängiger politischer und
    kultureller Gruppen, die hier alternative Konzepte für Gesellschaft, Politik
    und Kultur erarbeiten und nach "draußen" tragen.

    Die Alte Feuerwache ist unbestechlich. Sie orientiert sich weder an
    einzelnen politischen Parteien noch kooperiert sie weder in inhaltlicher
    noch finanzieller Hinsicht mit undemokratischen, rassistischen, sexistischen und ökologisch unverträglichen Organisationen und Firmen.

    Die Alte Feuerwache erhöht die Lebensqualität im Stadtteil und in der Stadt
    Köln.

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    Top-Kommentare

    = Die Angabe wurde vor Kurzem von einem Nutzer geändert und wurde noch nicht überprüft.